09. April 2011 Glaubensfest
Bericht und Fotos Sr. M. Joseline Becchio
Die Walliser Schönstattfamilie schaltet sich ein in die Vorbereitung auf 2014! So hiess es denn in der Einladung zum diesjährigen Glaubensfest am 9. April:
Als internationale Schönstattfamilie sind wir in der Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr 2014: 100 Jahre Schönstatt. Pater Josef Kentenich hat mit jungen Menschen die Schönstattbewegung ins Leben gerufen. Ihm ist dieses Jahr gewidmet.
Ein Wort von ihm aus der Anfangszeit: "Ich stelle mich euch hiermit vollständig zur Verfügung mit allem, was ich bin und habe: mein Wissen und Nichtwissen, mein Können und Nichtkönnen, vor allem aber mein Herz."
Was kann uns modernen Menschen Pater Kentenich für das Leben mitgeben? Was bedeutet er mir, uns ??
MIT DIR stand als Motto über dem Tag. Es galt vor allem unserem Vater und Gründer. Ihn wollten wir noch besser kennen lernen, ihm begegnen.
Bei herrlichem Frühlingswetter feierten wir um 09.00 Uhr Eucharistie und stimmten uns so in den Tag ein.
Die Geschichte vom Seiltänzer, welche mit Figuren dargestellt wurde, stimmte uns in das Thema ein:
Hoch über dem Marktplatz einer kleinen Stadt hatte ein Seiltänzer sein Seil gespannt und machte dort oben unter den staunenden Blicken vieler Zuschauer seine gefährlichen Kunststücke. Gegen Ende der Vorstellung holte er eine Schubkarre hervor und fragte einen der Anwesenden: "Sagen Sie, trauen Sie mir zu, dass ich die Karre über das Seil schiebe?" "Aber gewiss", antwortete der Gefragte fröhlich und auch mehrere andere der Untenstehenden stimmten der Frage sofort zu. "Und auch, dass ich einen Menschen hinüberfahren kann?" - "Äh, ja." - "Würden sie sich dann meiner Geschicklichkeit anvertrauen, sich in die Karre setzen und von mir über das Seil fahren lassen?" fragte der Seiltänzer weiter.
Da wurden die Mienen der Zuschauer ängstlich. Nein, dazu hatten sie keinen Mut! Nein, das trauten sie sich und ihm nicht zu. Plötzlich meldete sich ein Junge. "Ich setze mich in die Karre", rief er und kletterte hinauf. Unter dem gespannten Schweigen der Menge schob der Mann das Kind über das Seil. Als er am anderen Ende ankam, klatschten alle begeistert Beifall. Einer aber fragte den Jungen: "Sag, hattest du keine Angst da oben?"
"Oh, nein", lachte der Junge, "der, der mich über das Seil schob, ist ja mein Vater!"
Ja, dann ist es klar, wenn der Vater die Karre schiebt, kann ich mich ihm überlassen und ihm sagen: MIT DIR wage ich es! - Nach dem Schluss-Segen wurde ein grosses Bild unseres Vaters und Gründers nach vorne getragen und zur dargestellten Geschichte gestellt. Es ist ein Zeichen, dass er in unserer Mitte ist und wir ihm sagen: MIT DIR!
Zu unserer Freude durften wir Pater Josef Fleischlin zum Vortrag ganz besonderer Art begrüssen.
Er hat Pater Kentenich noch erlebt und hat ihn uns lebendig vor Augen geführt.
Unser Vater und Gründer war in Milwaukee, als Pater Fleischlin Schönstatt kennen lernte. Durch Schrifttum, welches er las, faszinierte ihn seine Pädagogik, mit welcher er sich intensiv auseinandersetzte. Dann kam der Tag, dass er ihm auch persönlich begegnen konnte. "Ich bin mir nie so wertvoll vorgekommen wie bei ihm", so Pater Fleischlin. "Pater Kentenich sieht den Menschen in seinem Beziehungsnetz, in seinem Umfeld, von seinen Wurzeln her." Nicht die kleinste Spur von Verbitterung nach der 14 jährigen Verbannung durch die Kirche merkte er ihm an. Froh und frei hat Pater Fleischlin unseren Vater und Gründer erlebt. Er hat die Menschen miteinander verknüpft, aber auch mit Gott. Ein Wort von ihm: "Ich habe das ganze Leben nichts anderes getan als Maschen gehäkelt."
Pater Kentenich hat den Menschen im Nebel seiner Unsicherheiten abgeholt und zur Sonne geführt. Er selber ist ein Mann, der im Licht steht, aber mit dir den Weg geht. Er sieht alles in der Liebe Gottes, alles hat Sinn. Pater Fleischlin staunt: "und dieser Mann war im KZ und in der Verbannung und jetzt redet er so!" - Bei den Vorträgen erlebt er Pater Kentenich als einen, der jedem Zuhörer schluckweise gibt was er braucht. Er ist für ihn
ein Mann einer unerschütterlichen Gottesgewissheit
Gott ist jetzt da, in meinem Herzen, in allem was geschieht.
In Kurzform heisst das: DU bist DA.
Woher aber hat Pater Kentenich diese Gottesgewissheit? "Das ist alles nur zu verstehen aus einem unfassbar tiefen Gotteserlebnis", hat er selber einmal bekannt.
Als Student hatte er eine existentielle Krise, ein Kampf, bei dem es um die Frage ging: Gibt es überhaupt eine erkennbare Wahrheit? In dieser Situation hat sich unser Vater und Gründer vertieft der Gottesmutter geschenkt und erfahren: DU bist DA. - Es ist das Erlebnis, welches Mose beim brennenden Dornbusch gehabt hat: Ich bin der, der da ist!
Genau das braucht die heutige Zeit: Gott ist ein Gott des Lebens, Gott ist Person, Gott ist wirklich da!
Vater des Glaubens
So wie die Israeliten sich am Glauben von Mose und Abraham festmachen, ist Pater Kentenich für uns Vater des Glaubens. An ihm können wir uns festmachen und sagen: MIT DIR!
Es ist der Auftrag eines jeden Christen, füreinander Vater und Mutter des Glaubens zu sein.
Im Heiligtum "Quelle lebendigen Glaubens" dürfen wir erfahren: DU bist DA, aber auch im Haus- und Herzensheiligtum. Hier wollen wir immer wieder den Gott des Lebens suchen, finden und lieben.
Bilder - Apéro
Vor dem Mittagessen waren wir zu einem speziellen Apéro eingeladen. Verschiedene Bilder von Pater Kentenich mit pointierten Begebenheiten aus seinem Leben durften wir geniessen. Seine Freude, sein Humor, seine Menschlichkeit kamen zum Zug.
Ateliers
Nach der ausgiebigen Mittagspause konnte man eines der drei Ateliers wählen:
1. Was ich gerne einmal fragen wollte Pater Josef Fleischlin
2. MIT DIR ... Angela u. Marcel Schwestermann, Sr. M. Lea Zweifel
3. Dem Vater und Gründer begegnen Jacqueline Schmidt u. Sr. M. Joseline Becchio
Alle drei Angebote hatten je etwas ganz Besonderes zu bieten: der Referent stellte sich den verschiedenen Fragen. Sr. M. Lea Zweifel, selber Pater Kentenich noch erlebt, schilderte ihn lebendig. Das Ehepaar Schwestermann erzählte, wie sie durch das Familienseminar eine Beziehung zu unserem Vater und Gründer aufbauten und ihn in seiner neuen Daseinsweise erfahren. Sie sind fasziniert über den Führungsstil Pater Kentenichs und seine Sicht über die Ehe als Berufung. Er ist ihnen zum Vater auf dem Lebensweg geworden.
Das Besondere vom Atelier drei war der Film, in dem Pater Kentenich "lebendig" zu sehen war. Für einige der Leute ein grosses Erlebnis.
Abschluss im Heiligtum mit Bündniserneuerung
Gott, wir loben dich in deinem Heiligtum! Wir preisen dich für deine grossen Gaben. Für alles, was du uns im Liebesbündnis schenktest:
* Wir danken dir für deinen Sohn Jesus Christus.
* Wir danken dir für Maria, die du uns als Mutter und Königin geschenkt hast.
* Wir danken dir für unseren Vater und Gründer, Prophet für unsere Zeit.
Mit einem dankbaren Herzen sind wir hier im Heiligtum Quelle lebendigen Glaubens. Wir durften uns als Familie erleben! Vieles haben wir gehört, gesehen und aufgenommen.
In einer kurzen Stille danken wir für das, was mich persönlich angesprochen hat, was mich berührt hat.
Froh und dankbar gehen wir nun weiter auf dem Weg auf das grosse Jubiläumsjahr 2014: 100 Jahre Schönstatt. In der Vorbereitungszeit sind wir verbunden mit der weltweiten Schönstattfamilie. Im Urheiligtum, dort wo alles begonnen hat, treffen wir uns immer wieder im Herzen der Gottesmutter und unseres Vaters und Gründers. MIT DIR -, sagen wir, und brechen jeden Tag neu auf.
Ein Echo
"Ich gehe froh, zufrieden und glücklich nach Hause. Es war für mich ein besonderes Erlebnis, Pater Kentenich kam mir näher, da ich Menschen erlebte, die ihn noch gekannt haben".
























