4. Oktober 2011 Begegnungstag Frauen und Mütter in Brig
Bericht Zurkinden Georgette
Fotos Sr. M. Joseline Becchio
Für uns Frauen und Mütter war dieser 4. Oktober ein echter Aufsteller. Zusammen mit Leitzinger Aline und Sr. M. Joseline habe ich diesen Tag mit vorbereitet. Die Einladung, illustriert mit dem Bild eines schwankenden Schiffes auf stürmischer See, weckte das Interesse. Der Titel: Wage alles und erfahre Lebensfreude, regte zum Nachdenken an.
Der Einstieg ins Thema gab darauf Antwort. Auf dem Boden das Bild vom Wasser und einem Schiff, liess die Frage aufkommen: was ist damit wohl gemeint und wer wagt es einzusteigen?
Anhand der Geschichte des Jungen auf dem Schiff, das dem Sturm und dem tobenden Wind hilflos ausgesetzt ist, seine ruhige Gelassenheit, da er weiss: Mein Vater sitzt am Steuer.
In seinem kindlichen Vertrauen wagt er es, in seiner Kajüte unbekümmert weiter zu schlafen.
Pater Kentenich spricht davon:
"Es wird eine Geschichte erzählt von einem schweren Sturm auf dem Meer. Das Schiff wurde von den Wellen hin und her geworfen. Passagiere sowohl als Schiffsbesatzung hatten Angst um ihr Leben; alles rannte durcheinander. Da bemerkte jemand ein Kind, das ganz zufrieden und ruhig spielte. Man fragte, ob es denn keine Angst hätte oder nicht wisse, was passieren könnte. Seine Antwort war: Nein, ich habe keine Angst; mein Vater sitzt am Steuer. Er wird schon sorgen.
"Und heult der Sturm und tobt der Wind und kracht der Blitze Feuer, ich denke wie des Schiffers Kind: Der Vater sitzt am Steuer!"
Unser Vater und Gründer sagt: "In der Kindlichkeit liegt die Lösung der allertiefsten Lebensprobleme."
Auch in unserem Leben wollen wir nie vergessen, dass bei allem was geschieht, der Vatergott am Steuer sitzt. Er lenkt und führt unser Lebensschiff durch alle Stürme und Nöte.
Doch da war auch eine Skeptikerin, welche viele Fragen hatte:
"Ja, ich frage mich allen Ernstes: Sollen wir wirklich alles wagen? Wollen wir uns wirklich auf diese Jahresparole einlassen? Steigen wir in dieses Schiff ein? Es ist ein Wagnis ...
Tausend Fragen, tausend Wenn und Aber tauchen auf. Schliesslich möchte man ja auch wissen: Wohin geht die Fahrt?"
Sie bekommt die Antwort: wir sitzen ja nicht allein im Schiff. Vergessen wir nicht, dass Pater Kentenich, die Gottesmutter und die ganze Schönstattfamilie uns begleitet. Unsere Jahresparole heisst ja: Mit dir als Familie alles wagen.
Nach einer kurzen Pause durften wir dem Vortrag von Pater Stadelmann folgen, der in gekonnter Art uns zu fesseln verstand: Wage alles - erfahre Lebensfreude.
"Lebensfreude ist mehr als konsumierte Wellness ... Mein Wellness ist Schönstatt", so die Aussage einer Mutter von drei Kindern. "Hier bin ich daheim, komme zur Ruhe, dort, wo die Quelle fliesst. Ich möchte mich von Gott führen lassen, bin mit ihm am Werk. Das ist meine Lebensfreude."
Was braucht es, damit das Wagen gelingt? Innere Freiheit, Vertrauen und Geduld. -
Auf einer Votivtafel in einer Kapelle ist zu lesen: Danke, dass du mich vor 15 Jahren nicht erhört hast! - Das ist Glaube an die Vorsehung des gütigen himmlischen Vaters, der unser Lebensschiff führt und lenkt.
Wo kann und soll ich alles wagen? In der Familie, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz.Den Glauben muss ich immer wieder nähren und stärken. Der Glaube ist mehr als Zusatz-Wissen. Glaube ist erlebte, gelebte Begegnung. Meinen Reichtum muss ich teilen, weitergeben, die Last des anderen mittragen und so erfahre ich Lebensfreude.
Beim feinen Mittagessen, das natürlich für uns Frauen stets ein kleines Fest ist, wurde eifrig diskutiert, gelacht und Erfahrungen ausgetauscht. Der anschliessende Verdauungsspaziergang im schönen Garten, die Stille im Heiligtum oder das Rosenkranzgebet waren wohltuend und machten uns bereit dem zweiten Teil des Vortrages zu lauschen. Auf alle Fragen wusste Pater Stadelmann treffende Antworten. Eine interessante Diskussion.
Danach wurden wir kreativ. Mit grossem Spass bastelten wir an unserem "Lebensschiffchen2, das mit Kärtchen gefüllt wurde. Diese konkreten Anregungen können uns im Alltag helfen, wagemutig zu leben um Lebensfreude zu erfahren. Z.B. :
Wage alles - und erfahre Lebensfreude: den 1. Schritt wagen zur Versöhung / den Menschen, der mir weh getan hat, segnen statt über ihn hadern / heute schenke ich jemandem ein Lob, usw.
Der krönende Abschluss dieses schönen Tages war die Feier der Eucharistie im Heiligtum. Die Predigt, unter anderem mit den Worten aus dem Evangelium "Habt keine Angst, ihr Kleingläubigen", weisen darauf hin, dass wir unsere Bindung an den Steuermann Vatergott festigen und vertiefen müssen und sich unsere Unsicherheit in unerschütterliches Vertrauen wandeln kann.
Nach der Hl. Messe nahmen wir uns Zeit, nochmals zusammen zu sitzen, Kaffee zu trinken und zu "hängerten". Alle waren sich einig: Das war ein schöner Tag! Er hat so gut getan! Danke lieber Gott!















