
Die Schönstattbewegung
Es kommt nicht so sehr darauf an, was wir tun, sondern vor allem wie wir es tun. Diese Art der aktiven Lebensgestaltung kann gleichsam als Leitsatz der Schönstattbewegung gelten. Sie will als ethisch-religiöse Bewegung innerhalb der katholischen Kirche dem modernen Menschen eine sichere Hilfe zur konkreten Gestaltung des Alltags geben. Sie will Antworten finden auf existentielle Fragen nach einem sicheren Daheim, nach Sinn und persönlicher Sendung.
Christsein im Alltag
Schönstätter wollen sich der Herausforderung stellen, das Leben mit dem Christsein zu verbinden und sich für die Menschenwürde einzusetzen. Sie streben eine Art «Werktagsheiligkeit» an, in welcher Selbsterziehung und Glaube an die Vorsehung wichtige Elemente sind. Maria, die Frau in der Nähe Gottes und der Menschen, spielt in dieser Bewegung eine zentrale Rolle. Der Mensch soll wie Maria die Höhen und Tiefen des Lebens in Beziehung mit Christus bringen und allem einen tieferen Sinn geben.
Spiritualität
Die Schönstattbewegung hat ihren Namen von dem Ort, an dem sie im Jahre 1914 entstanden ist: von Schönstatt, einem Ortsteil von Vallendar bei Koblenz in Deutschland. Ihr Gründer, Pater Joseph Kentenich, sah schon Jahrzehnte vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil klar, dass die Kirche Menschen und Gemeinschaften braucht, die von innen her geprägt sind und die im Spannungsfeld verschiedener Einflüsse ihren eigenen Standpunkt finden und behaupten können. Sie sollen sich mit dem Guten und Wertvollen in der Welt auseinander setzen, ganz gleich von welcher Richtung es kommt.
Vielfältige Organisation
Aus der anfänglichen Studentenbewegung in Deutschland entstand allmählich ein wachsender Kreis Gleichgesinnter aus verschiedenen Gruppierungen: Frauen, Familien, Priester, Schwestern, Jugendliche usw. Die Organisation der Schönstattbewegung ist bezüglich Intensität und Verbindlichkeit recht unterschiedlich, sie reicht vom lockeren Zusammenschluss bis zum Säkularinstitut.
Insgesamt umfasst die Schönstattbewegung über zwanzig Gliedgemeinschaften, z. b. die Krankenliga, den Frauenbund, die Familienliga, den Bund der Akademikerinnen, die Gemeinschaft der Schönstatt-Patres, die Männerliga, die Frauen von Schönstatt, die Marienschwestern u. a. m. Alle diese Gemeinschaften sind rechtlich selbständig.
Heute bestehen in über 90 Ländern mehr als 180 Schönstatt-Heiligtümer. Millionen von Menschen aus allen Lebensbereichen stehen in Kontakt mit Schönstatt und setzen sich für eine menschlichere Welt ein.
Freiheit wird gross geschrieben
Wer bei der Schönstattbewegung mitmacht, entscheidet immer selber über das Mass des Engagements. Dies kann ein gelegentlicher Besuch in einer Schönstattkapelle oder in einem Zentrum sein. Es kann eine regelmässige oder gelegentliche Mitarbeit in einer Gliederung oder das Mitleben in fester Gemeinschaft sein. Manche treffen sich einmal im Jahr, andere kommen monatlich in Gruppen zusammen. Es bleibt immer ein freier Entscheid aus innerer Einstellung und Überzeugung und auch nach den persönlichen Möglichkeiten, welche die jeweiligen Lebensumstände mit sich bringen.






